Werden die Gewichtheber-Trikots abgeschafft?

Eine muslimische Gewichtheberin, die im amerikanischen Atlanta lebt, hat einen Stein ins Rollen gebracht, der den Olympischen Zweikampf grundlegend verändern kann.

Bei der Athletin handelt es sich um Kulsoom Abdullah, die bisher noch nie an einen offiziellen Wettkampf im Gewichtheben teilgenommen hat. Grund ist die vorgeschriebene Kleiderordnung, die von Frauen wie Männern gleichermaßen verlangt, in einem hautengen Trikot an die Hantel zu treten. Das Trikot hat kurze Ärmel und kurze Beinansätze. Hierin sieht sich Abdullah in der Ausübung ihrer Religion verletzt, die einer Frau das Tragen von Kleidung vorschreibt, die den Körper komplett bedeckt.

Abdullah gibt in Interviews immer wieder an, dass sie kein großes Aufsehen erregen und für die Änderung der Kleiderordnung im Gewichtheben nicht kämpfen will. Dieses Statement kann durchaus als konträr zu ihrer hohen Medienpräsenz und der Tatsache gesehen werden, dass sie eigens für ihr Anliegen eine Website erstellt hat. Aber auch ihr Trainer sagt, dass Abdullah nur auf regionalem Niveau an Wettkämpfe teilnehmen will und keine internationale Heberkarriere im Sinn hat.

Abdullah trifft mit ihrer Forderung bei dem amerikanischen Gewichtheberverband auf Gehör, der das Thema bei der nächsten Sitzung des Internationalen Gewichtheberverbandes ins Gespräch bringen will.

Die Forderung nach einer überarbeiteten Kleiderordnung häufen sich, seitdem immer mehr muslimische Frauen am aktiven Wettkampfbetrieb teilnehmen. Dies beschränkt sich freilich nicht nur auf das Gewichtheben.

Bei den Olympischen Sportarten konnte sich bisher jedoch noch kein einheitliches Vorgehen durchsetzen. Während der Weltboxverband afghanischen Sportlerinnen gestattet, mit langen Hosen und langärmeligen Hemden bei den Olympischen Spielen 2012 in den Ring zu steigen, hat der Internationale Fußballverband (FIFA) die afghanische Frauenmannschaft für London disqualifiziert, weil die Spielerinnen auf das Tragen von Kopftüchern bestanden.

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