US-Gericht weist Klage gegen Ausrichter ab

Etwas mehr als vier Jahre lang beschäftigte ein Bankdrück-Unfall die Gerichte in Baltimore. Nun wurde die Klage abgewiesen, die bei Stattgebung den Kraftdreikampf in Amerika stark verändert hätte. Ausgangspunkt des jahrelangen Rechtstreits war ein Kraftdreikampf-Wettbewerb, der 2003 an einer High School in Maryland ausgetragen wurde. Christopher Cotillo nahm daran teil und versuchte sich im Bankdrücken an 250 kg, verlor jedoch die Kontrolle über die Last. Die jugendlichen Scheibenstecker konnten nicht schnell genug reagieren und so zerschlug die Hantel Cotillos Kiefer. Dieser sah sich im nachhinein einer vorsätzlichen Gefahr ausgesetzt und verklagte den Ausrichter auf Schmerzensgeld.

"Als ich die Hantel nicht mehr halten konnte, habe ich nur bei mir gedacht: ‚Sie werden sie auffangen, sie werden sie auffangen…‘, aber sie haben es nicht getan", erinnerte sich Cotillo an den Unfall und fügte hinzu: "Ich weiß noch, wie es geknirscht hat, als meine Zähne den Kiefer durchstießen."

Cotillo argumentierte, dass den Scheibensteckern gesagt wurde, dass sie die Hantel nicht berühren dürfen, ehe es der Kampfrichter sagt. Cotillo war der Meinung, dass der Unfall hätte verhindert werden können, wenn man die Jugendlichen vorher besser eingewiesen hätte. Doch er sah nicht nur den Veranstalter in der Pflicht, sondern verklagte gleichzeitig auch den Sponsor des Gewichthebervereines der Schule und die Schulvereinigung selbst.

Nachdem seine Klage in der ersten Instanz abgelehnt wurde, hatte er bei einem Berufungsverfahren mehr Erfolg. In der entscheidenden dritten Instanz wurde die Klage erneut und damit rechtsverbindlich abgewiesen. Der zuständige Richter, Clayton Greene Jr., begründete sein Urteil mit den Worten, dass "jeder Mensch von normaler Intelligenz das Risiko einer solchen Sportart einschätzen kann. Wenn ein Teilnehmer nicht in der Lage ist, das Gewicht zu bewältigen, ist es eine offensichtliche Folge der Erdanziehungskraft, dass es sich in Richtung der Person bewegt, die unter der Last ist." Er gab zudem an, dass "bereits die bloße Anwesenheit von Scheibensteckern zu der zwingenden Erkenntnis führe, dass ein Risiko bestünde und der Athlet verletzt werden könne."

Der Richter ließ sich auch nicht von Cotillos Begründung überzeugen, dass die Unfähigkeit der Scheibenstecker ein erhöhtes Risiko darstellte, das er im Vorfeld nicht abschätzen konnte.

Den Wettkampf-Ausrichtern in Amerika wurde mit dem Urteil eine große Verantwortung genommen. Polizist Cotillo zieht daraus ein bitteres Resümee: "Ich habe meine ganzen Ersparnisse aufbrauchen und Schulden aufnehmen müssen, um die Arztrechnungen zu bezahlen. Jetzt werde ich niemals zu meinem Recht kommen, weil der Richter meint, es sei alles meine Schuld gewesen. Natürlich weiß ich, dass ein Risiko beim Powerlifting besteht. Aber ich vergleiche es mit Football. Man weiß, dass es gefährlich ist, aber würde man je erwarten, dass der Helm bricht?"“

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