Kathleen Schöppe überrascht – Männer schlagen sich wacker

Am letzten Tag der Europameisterschaft überraschte Kathleen Schöppe mit einer unerwartet guten Leistung. Olympia-Sieger Matthias Steiner zeigt sich mit Bronze zufrieden.
Die 27-jährige Kathleen Schöppe stand nicht unbedingt unter hohem Erwartungsdruck, als sie in Minsk an die Hantel ging. Kurz vor der Europameisterschaft musste sie es im Training wegen einer Handverletzung etwas leichter angehen. Hinzu kam, dass sie die Sportfördergruppe der Bundeswehr verlassen hat und sich nun in einer Ausbildung bei der Chemnitzer Stadtverwaltung befindet, wodurch sie insgesamt deutlich weniger Trainingseinheiten absolvieren konnte, als bei ihren vorigen internationalen Wettkampfteilnahmen. Die Erwartungen waren demnach gemäßigt. Doch die ehemalige Speerwerferin zeigte, dass ihr der Trainingsrückstand wenig ausmachte. Im Gegenteil, Kathleen stellte mit 133 kg im Stoßen eine persönliche Bestleistung auf. Durch die 102 kg im Reißen kam sie schließlich auf ein Zweikampfergebnis von 235 kg. In den Jahren als sie noch in der Sportfördergruppe unter professionellen Bedingungen trainierte, lagen ihre EM-Leistungen bei 233 kg (2009) und 229 kg (2008). Man darf also gespannt sein, was die junge Athletin künftig zu leisten vermag, wenn es im Training wieder optimal läuft.

Dass es im Training auch einmal nicht so rund laufen kann, diese Erfahrung musste auch Matthias Steiner machen, der wegen gesundheitlicher Probleme und seiner Pflichten abseits der Hebebohle in einen so großen Trainingsrückstand geriet, dass er im letzten Jahr größere Meisterschaften absagte. In Minsk zeigte er mit einer Zweikampfleistung von 426 kg (Reißen 190 kg; Stoßen 236kg), dass er zwar noch nicht an seine Olympia-Form anknüpfen kann, aber durchaus auf dem Weg zu alter Stärke ist. Seine aktuelle Leistung reichte in der europäischen Konkurrenz für den dritten Rang.

Mannschaftskollege Almir Velagic belegte mit 425 kg den vierten Rang. Gold ging an den Russen Jewgeni Tschigischew, der 440 kg in die Wertung brachte. Silber sicherte sich Ruben Alexanjan aus Armenien mit 432 kg.

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