Indiens Trainer will den Hut nehmen

In den letzten Monaten haben sich die Meldungen über positive indische Heber und ein offenbar organisiertes Doping-System im indischen Verband gehäuft. Nun zieht der Cheftrainer Magad Salama seine Konsequenzen. Der aus Ägypten stammende Trainer hat bereits sein Rücktrittsgesuch bei der indischen Sportbehörde (SAI) eingereicht, wartet aber noch auf die Bestätigung, um dann zurück in sein Heimatland ziehen zu dürfen.

"Für mich ist die Sache beendet", wird Salama in den indischen Medien zitiert. Er habe keinerlei Beziehung mehr zum indischen Gewichtheben.

Für die Sportnation Indien beginnt nun eine Zeit der Unsicherheit. Seitdem das Land in Sydney im Gewichtheben eine olympische Medaille gewinnen konnte, ist die Popularität dieser Sportart enorm gestiegen. Auf Grund der immer wieder auftretenden Skandale, die bis in das Jahr 2006 zurück reichen, konnte sich bisher noch kein Heber für die Sommerspiele in Peking qualifizieren.

Ein Funktionär des Gewichtheberverbandes sagte, dass einer der Hauptkonflikte mit Salama seine Forderung war, freie Hand über die Zusammenstellung der indischen Nationalmannschaft zu haben. Salama wollte zu den asiatischen Meisterschaften nur Juniorenheber schicken, weil er sich über die Doping-Moral der erwachsenen Heber sorgte.

Der Verbandssekretär Balbir Bhatia fand jedoch, dass bestehende Auswahlkriterien nicht einfach so ignoriert werden könnten. Dass Salama seine Meinung auch vor den Medien nicht versteckte und die indischen Heber offenkundig Doping unterstellte, sorgte für weitere Reibereien.

"Man kann niemanden verurteilen, sofern seine Schuld nicht bewiesen wurde", nimmt Bhatia die indischen Athleten in Schutz und argumentiert damit, dass im letzten Jahr 75 Anti-Doping-Kontrollen durchgeführt wurden und nur ein Heber der Junioren positiv war.

Der schwellende Konflikt wurde letztendlich zu einer offenen Schlacht als Salama zu einem Trainingslager einlud und viele Athleten seinen Rufen nicht folgte. Der noch amtierende Nationaltrainer bezeichnete das als Boykot. Der Verbandssekretär Bhatia nahm indes wieder die Position der Gegenseite ein und begründete das Verhalten der Athleten mit persönlichen Verpflichtungen gegenüber des Studiums oder der Armee.

Bhatia will Salama angesichts der sich nähernden Olympischen Spiele nicht einfach so gehen lassen. "Wir werden ihm sagen, dass er das System unseres Landes verstehen soll."


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