Deutsche Meisterschaft im Kraftdreikampf 2008

Mit rund 73 Hebern war das Teilnehmerfeld wegen einer neu eingeführten Qualifikationsnorm zwar deutlich kleiner als in den Vorjahren. Dafür präsentierte sich die nationale Elite in Hochform. Bei den Damen machte Gundula Fiona von Bachhaus einmal mehr den Kampf um Gold mit ihrem persönlichen Ehrgeiz aus. Zu weit waren die übrigen Athletinnen von den Leistungen der Hessin entfernt. Gundula eröffnete in der Klasse -67,5 kg ihren Wettkampf mit 195 kg in der Kniebeuge und überbot damit den bis dahin gültigen und 19 Jahre alten deutschen Rekord um fünf Kilogramm. In den folgenden zwei Runden steigerte sie die nationale Bestmarke schließlich auf bemerkenswerte 207,5 kg.
Auf der Bank setzte sie ihre Rekordjagd fort und wiederholte ihre bereits im Rahmen des Arnold-Sports-Festivals gezeigten Leistungen, die in 147,5 kg gipfelten und seit Samstag ebenfalls einen neuen deutschen Rekord bezeichnen. Im Kreuzheben zog die 26-Jährige 195 kg von der Heberbühne und addierte ihr Dreikampfresultat auf 550 kg, womit sie nicht nur über 100 kg Abstand zu ihren Konkurrentinnen hielt, sondern auch mit 595 Punkten eine Relativleistung erreichte, die zuvor noch keine deutsche Athletin vollbracht hat.

Höhepunkte der Deutschen Meisterschaft
 

In den Gewichtsklassen des Leichtgewichts der Männer ist vor allem der Zweikampf von Eduard Tepper und Jörg Müller aufgefallen. Beide Athleten lieferten sich vom ersten Versuch an ein erbittertes Duell um den goldenen ersten Platz. Nach der Beuge lag Müller mit 292,5 kg (neuer DR) satte 50 kg vor seinem direkten Konkurrenten. Doch als Bankdrückspezialist wusste Tepper, dass seine Stunde noch schlagen würde. Stolze 207,5 kg schob Eduard von der Brust und überholte den Führenden in der Zwischenwertung um 10 kg. Neben seinen exzellenten Leistungen in der Kniebeuge kann Jörg allerdings auch im Kreuzheben an der Spitze mitheben. Selbst Szene-Kenner waren jedoch überrascht, als Tepper in der Abschlussdisziplin mithalten und seinen Vorsprung aus dem Bankdrücken in das Total retten konnte.

Bei den Superschweren fieberten die anwesenden Zuschauer dem Auftritt des Kaderathleten Andy Dörner entgegen. Er bewies während der Bundesliga-Runden, dass er in der Lage ist, den seit 15 Jahren währenden Beugerekord von 420 kg zu knacken. Mit großen Steigerungen wagte sich der Wiesbadener an die Rekordlast von 421 kg und beugte diese sehr souverän mit sichtbaren Reserven. Auf der Bank ließ er 245 kg folgen und führte dank 285 kg im Kreuzheben mit 951 kg sein Klassement und auch die Relativwertung an. Der ebenfalls in der +125er startende Jewgenij Kondraschow konzentrierte sich nach seinem Wettkampfunfall während der vergangenen Weltmeisterschaft in Sölden auf das Bankdrücken und bewies mit 276 kg, dass mit ihm weiterhin zu rechnen ist.

Die ausführliche Ergebnisliste finden Sie auf der Website des Bundesverbandes www.bvdk.de .

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