Bodybuilding: Ronnie Coleman muss keinen Unterhalt an Zwillinge zahlen

Ronnie Coleman

Vier Jahre lang hat der Rekord-Mr. Olympia Ronnie Coleman um sein Recht gekämpft. Nun hat ein Gericht zu seinen Gunsten entschieden. Unmerklich für die Bodybuilding-Welt war der Champion in einem komplizierten Rechtsstreit verwickelt, der mit einer Samenspende eigentlich sehr simpel begann.

Um die ganze Geschichte zu verstehen, müssen wir bis in das Jahr 1991 zurückgehen. Damals freundete sich Ronnie mit einer Nachbarin an. Aus gegenseitiger Zuneigung wurde eine leidenschaftliche Beziehung, die eine ganze Dekade andauerte. Als Ronnies Freundin 2001 nach Kalifornien zog, trennte sich das Paar.

Fünf Jahre später fragte die Ex bei Ronnie an, ob er ihr Samen für eine künstliche Befruchtung spenden würde. Aus alter Verbundenheit willigte die lebende Bodybuilding-Legende ein. Im folgenden Jahr heiratete Ronnie nicht nur, sondern wurde auch Vater von Drillingen, die durch die künstliche Befruchtung gezeugt wurden. Eines der Baby verstarb jedoch vier Wochen später.

Obwohl sich Ronnie als Samenspender nicht in der väterlichen Pflicht sah, verklagte ihm seine Ex 2008 auf Unterhaltszahlungen für die beiden Kinder. Ein kalifornischer Richter gab dem Antrag von Ronnies ehemaliger Nachbarin statt. Und das obwohl in den USA der rechtliche Grundsatz gilt, dass sich aus einer Samenspende keine haftbare Vaterschaft ergibt.

Der Fall wurde jedoch kompliziert, weil Ronnie seine ehemalige Nachbarin auch nach der Trennung regelmäßig in Kalifornien besuchte und nach Aktenlage auch ein intimes Verhältnis beibehielt. Ronnie hat ebenfalls mit den beiden Zwillingen regelmäßig Zeit verbracht und auch über Nacht gehütet. Hinzu kommt, dass er im Krankenhaus bei der Geburt der Zwillinge die Vaterschaft mit einer Unterschrift bestätigt hatte. Hierauf konterten Ronnies Anwälte jedoch damit, dass der ehemalige Polizei-Offizier nur über sehr geringe Lesekenntnisse verfüge und dachte, dass er lediglich seine Samenspende schriftlich bestätigen würde.

Ronnies Ex sagte jedoch, dass sie und Ronnie Zukunftspläne schmiedeten und er nach seiner aktiven Laufbahn zu ihr nach Kalifornien ziehen würde. Dass er eine andere Frau heiraten würde, habe sie nicht gewusst. Und damit war sie nicht allein. Denn wie man heute weiß, pflegte Ronnie 2007 eine Beziehung zu einer weiteren Dame, die von seiner Hochzeit aus der FLEX erfuhr und daraufhin die Affäre beendete.

Der Unterhaltsstreit bewegte sich über vier Jahre lang in jeweils höhere Instanzen. Nun hat der texanische Gerichtshof befunden, dass Ronnie trotz seiner Nähe zu den gezeugten Zwillingen keinen Unterhalt zahlen müsse. Der Richter sagte, dass wenn ein Mann Samen spende und der Samen von einem Arzt nicht für die Befruchtung der Ehefrau des Spenders verwendet werde, auch keine väterlichen Pflichten entstehen.

Ronnie kommentierte das Ende des gerichtlichen Tauziehens mit den Worten: „Ich habe meine Lektion gelernt und werde nie wieder Samen spenden.“

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