Bodybuilding: Branch Warren gelingt Titelverteidigung

In einer atemberaubender Form machte Branch Warren das wahr, was viele für unmöglich hielten: Die Verteidiung seines Titels auf der Arnold Classic 2012!

Für den Texaner ging es um mehr als 130.000 US-Dollar Preisgeld. Es ging um nichts weniger als seine Reputation. Als er im letzten Jahr seine Quadrizepsverletzung erlitt, galt seine Karriere als beendet. Vermeintlich schlaue Köpfe der Szene wollten dem 37-Jährigen nicht zugestehen, dass er sich von seinem Sehnenriß jemals wieder voll erholen könne.

Doch jene, die Branch abschrieben, hatten nicht seinen extremen Arbeitseifer auf der Rechnung. Branch zog in der Off-Saison trotz Handicap heftige Trainingssessions durch und ließ gleichzeitig keine Möglichkeit unangetastet, möglichst schnell seine Verletzung zu heilen. Und so gaben sich sein Trainer und sein Physiotherapeut quasi täglich die Tür in die Hand.

Am vergangenen Samstag zeigte sich, dass sich die Mühe gelohnt hat. Es stand nicht nur ein vollkommen genesener Branch Warren im Scheinwerferlicht des Veteran’s Memorial Theater, sondern auch ein Branch Warren in absoluter Bestform. Noch nie hatte Quadrizilla solch ein gewaltiges Paket aus brachialer Muskelmasse, krasser Vaskularität und beißender Härte auf die Bühne gestellt. Mit einem Auftreten, dass dem eines Siegers entsprach, imponierte Branch die anwesenden Athleten, die beinahe alle ausnahmslos keine Chance auf einen Sieg verspürten.

Dennis Wolf war Branchs einziger Widersacher, den es ernstzunehmen galt. Der Deutsche konnte durch seine schiere Größe dem Texaner äußerst gefährlich werden. Die Kombination aus seinem gewaltigen Kreuz und seiner schmalen Taille ließen sogar seine strukturelle Schwäche, die hoch ansetzende Brust, in Vergessenheit geraten. Unübersehbar war jedoch, dass Dennis während der Vorwahl einen Tick Wasser hielt und mit der unnormalen Härte des Titelverteidigers nicht mithalten konnte. Erst im Finale stand Dennis absolut knochentrocken im Scheinwerferlicht. Dieses kleine Manko sollte jedoch in den Augen der Jury ausreichend sein, um the Big Bad Wolf auf den Silber-Rang zu verweisen.

Evan Centopani komplettierte das Spitzentrio auf dem Medaillenpodest. Der New York Pro – Champion zeigte nach seiner einjährigen Wettkampfpause eine deutliche Verbesserung in Puncto Muskelreife und -dichte. Dem 29-Jährigen ist es ebenfalls gelungen, seine Symmetrieprobleme in den Griff zu bekommen. Allerdings ließ er von Anfang an eine gewisse Kampfeslust vermissen. Zu keinem Zeitpunkt des Wettkampfes kam der Eindruck auf, dass Evan um den Sieg mitkämpfen wollte.

Das Finale wurde von Ben Pakulski (4. Platz), Dexter Jackson (5. Platz) und Lionel Beyeke (6. Platz) vervollständigt.

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